2010

07.03.2010

Heute war Abstimmingswochenende Die Referendumsabstimmung ergab ein Resultat von 820 NEIN : 645 JA

Stimmbeteiligung :65%  . 3 1/2 Monate Arbeit haben sich gelohnt! Der Dank gehört dem Bad Zurzacher Stimmvolk!

Ich bin Stolz, ein Zurzacher zu sein. Es zeigt sich dass das Stimmvolk von Zurzach in wichtigen Fragen richtig entscheiden kann!

5. Februar

Vom Gegeneinander zum Gegeneinander

Im Leserbrief, den ich  im Vorfeld zur Gemeindeversammlung geschrieben habe, hatte ich der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass wir genügend Beschlussfähige sein werden, um eine Schlammschlacht zu vermeiden. Nun, es haben etwa 20 Pers. gefehlt.

Zum Ergreifen des Referendums war dann aber weder ich noch Familie Blatter das Zugpferd, sondern einige Personen aus dem Flecken haben uns gedrängt! Also machten wir uns mit 10 Tagen Rückstand auf die Socken! Und siehe da, in kurzer Zeit kamen mehr Unterschriften als nötig zusammen. Das zeigt, dass das Ergebnis von der Gemeindeversammlung doch nicht der Spiegel der Bevölkerung war. Aber das stellte der Gemeinderat ja mit Erstaunen fest!

Dass jetzt aber der Brief von Familie Blatter als 'eigene Interpretation', 'Halbwahrheiten' und 'ungerechtfertigte Anschuldigungen' bezeichnet wird, finde ich starken Tobak. Immerhin waren einige ihrer Argumente auf  www.golfbadzurzach.ch ersichtlich.

Dass Fehler gemacht wurden, streift das Thema ja nur, der Kern der Sache trifft es bei weitem nicht!
An einer Sitzung mit verschiedenen Personen der Pro Natura und der IG Golf habe ich versucht, klarzumachen, dass, wenn die Familie Blatter nur im entferntesten daran denkt, die Barz zu verkaufen, man da zuschlagen müsse, koste es was es wolle!

Es ist nämlich sehr selten, dass eine Bauernfamilie sich von Hof, Scholle und Heimat freiwillig trennt. Immerhin sind die Kinder der Familie Blatter schon die vierte Generation Blatter in der Barz! Dass die Familie Blatter den Hof nicht umsonst oder um die Schulden, wie ihm angeboten wurde, dem Golf überlassen kann, liegt auf der Hand, sind doch die Ersparnisse der letzten 30 Jahre darin investiert. Für Bauersleute ist der Hof auch Altersvorsorge, also gewissermassen die Pensionskasse, über deren Umrechnungssatz wir ja auch am 7. März 2010 abstimmen. Wohlgemerkt, nur über den Umwandlungssatz.

Für Familie Blatter geht es aber um das ganze Kapital! Oft habe ich Leute gehört, die sagten, dass H.R. Blatter nur spekuliere und darum einen so hohen Pries verlange. Das ist aber falsche Stimmungsmache.

Die Realität ist die: Familie Blatter sind Bauern, Bauer sein ist nicht nur ein Job, Bauer sein ist Berufung!
Familie Blatter will mit dieser Berufung leben, will Bauer sein, will Tiere betreuen, Äcker bestellen, sähen, pflegen, aber auch ernten und mit dem Ertrag der Ernte den Unterhalt der Familie bestreiten.
Dazu braucht die Familie einen Hof mit genügend Land, so wie in der Barz, aber solche Höfe kosten Geld! Die Familie Blatter will kein Geld, sie will einen Hof, welcher ihren Ansprüchen an Grösse, Zustand der Ökonomiegebäude, genügend Land in guter Qualität und ein bewohnbares Haus  für die ganze Familie - so wie in der Barz, aber bestimmt nicht schlechter!
Das und nur das ist der Anspruch der Familie Blatter.

Dass die IG Golf das nicht gemerkt hat, liegt eben nicht nur daran, dass es das Buch "Wie baue ich einen Golfplatz" nicht gibt!
Es liegt auch daran, dass die ganze Strategie darauf aus war, die Familie Blatter so einzuengen und zu diffamieren, bis sie aufgibt:

  • die Allianz der Bauern  sprengen, (Verträge mit Keller und Indermühle) die mit der Geheimklausel, nicht umsonst hört man nichts mehr über Golf, von ihnen!
  • Das Pachtland kündigen, um quasi das finanzielle Wasser abzugraben.
  • Mit falschen Angaben (so genannten 'subjektiven Wahrheiten') die Nutzungsplanung durch den Souverän bringen. So geht die Salamitaktik vielleicht auch auf! Wenn dann die Familie Blatter am Ende ohne Kraft, ohne Nerven und ohne Geld dasteht, gibt sie den Hof dann günstiger, eben um die Schulden!

 

Im Brief vom Gemeinderat werden auch die Mediation und ihre Mediatoren gerühmt, und wie neutral diese wären!
Dazu folgendes: Ich war am Runden Tisch in Aarau dabei, als die Mediation beschlossen wurde. Herr Büsser, der Hauptmediator, sass am selben Tisch wie Herr Regierungsrat Beyeler und ist  auch sein Berater. Nun, das sagt nichts, oder doch!

Auch wenn das so gewünscht wird, man kann Golf in Bad Zurzach, Auen in Rietheim und Bauern in beiden Ortschaften nicht einfach trennen, das sind siamesische Drillinge, die nur ein Herz, eine Lunge und eine Seele haben. Da die Pro Natura für ihr Auenprojekt genau das Land benötigt, das dem Thermalbad gehört, sind die noch nicht zufrieden, wenn die IG Golf ihr Projekt durchbringt. Sie müssen Land tauschen mit dem Thermalbad, und da der Kanton 49% und der Bund 25% an den Landkosten, welche die Pro Natura für das Tauschland bezahlt hat, aufgewendet hat, hat auch der Kanton und damit Herr Beyeler zusammen mit Herr Büsser ein eigenes Interesse am Erfolg der Mediation.

Darum wollten sie auch unbedingt H.R. Blatter in ihrem Kreis haben, und darum haben sie ihn bei einem Besuch auf dem Hof ansatzweise genötigt, in die Mediation zu kommen. Soviel zur Neutralität!  Die Befangenheit des Mediators war für mich der Grund, nicht dabei zu sein; das war ein Fehler.  

Für die Familie Blatter geht es aber ums Ganze, da nützt es wenig, den ganzen Sommer mit Mediation zu verplempern, um am Ende trotzdem am Ende zu sein! Es war ja von Anfang an klar, dass es für Alle zu wenig Land gibt, und so war es auch logisch, dass er am meisten unter Druck kommt! Das Resultat kann man ja jetzt sehen; IG Golf und Gemeinderat posaunen lauthals, dass sie mit allen gute Abkommen geschlossen hätten, nur nicht mit Blatter! 

Klar, die Möglichkeiten der IG Golf sind ausgeschöpft! Das ist aber kein Novum, das ist Teil der verlogenen Strategie! Genau darum wurde im Vorfeld des Projektes keine Flächenbilanz gemacht, genau darum konnte der Gemeinderat keine Pachtverträge anbieten, genau darum konnten wir Bauern auch nie Vertrauen haben, obwohl Herr Nebel einige Male genau das von uns verlangte. Er versprach immer: "Kein Landwirt wird am Schluss weniger Land haben"!
Ich glaube nicht, dass Herr Nebel so schlecht rechnen kann.

Dass der Gemeinderat eine grosse Verantwortung trägt, ist nicht neu, dass er nach der Geige der Kurbetriebe tanzt, auch nicht.
Dass er sich aber dafür missbrauchen lässt, eine rechtschaffene Bauernfamilie auf diese Weise an den Abgrund zu drängen, hätten auch wir nicht gedacht.

Wenn wir ein solches Treiben an der Abstimmung unterstützen, machen wir uns alle schuldig am Verderb einer  uns bekannten und liebenswerten Familie. Wir ebnen aber auch den Weg für neue Ungerechtigkeiten, die bereits in den Köpfen wuchern. Dieses Mal trifft es Familie Blatter mit Golf; das nächste Mal einen Hausbesitzer an der Schwertgasse für Fleckenkonzept; ein weiteres Mal jemanden an der Linie Ostumfahrung u.s.w. 

Was sind unsere schweizerischen Grundrechte da noch wert, wenn auf diese Weise jeweils einer aus der Gesellschaft gedrängt werden kann? Dann schäme ich mich dafür, jemals die Demokratie gelobt und gelebt zu haben, dann wünschte ich mir eine Diktatur, da wüsste ich, dass es nur 2 Möglichkeiten gäbe: "Friss oder stirb"

Darum, liebe Zurzacherinnen und Zurzacher, schieben Sie diesen Machenschaften einen Riegel vor, mit einem Nein zur Nutzungsplanung Golf am 7. März!

Martin Heuberger

PS. Bericht in der Migros-Zeitung, Ausgabe 8.Feb.2010!

Lieber Homepage-Besucher!

in der ganzen Diskussion über den Golfplatz wurden unsere Argumente oft zerfetzt und als falsch bezeichnet. Das Argument der Rentabilität wurde auch nicht als stichhaltig taxiert. IG Golf hat aber nie eine Betriebsrechnung vorgelegt, die eine Rentabilität hätte beweisen können.

Darum stelle ich hier eine Betriebs-Golfbüechlirechnung ins Netz. Diese habe ich erstellt aufgrund verschiedener Gespräche mit Golfern und den Angaben aus den Ausführungen der IG Golf und aus der Broschüre, welche eines Mittwochs per Post ins Haus kam. Sollten grundsätzliche Fehler enthalten sein, bin ich gern bereit zu korrigieren! Die Rechnung befindet sich in einer Tabelle, da können Zahlen einfach ausgetauscht weden.

e-mail: Unter www.golfbadzurzach.ch Seite Referendumskomitee Martin Heuberger anklicken!

Golfbüechlirechnung Bad Zurzach
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Ertrag:
Eintritte: alle 6 Min 4 Spieler 24 Spieler / Std
Auslastung: 9.00h bis 15.00h  6 St *  24 Sp  144 Spieler / Tag
Spieldauer  Marz bis Okt = 8 Monate 25 T
8 25 144 Spieler Jahr 28800
Eintritte  Fr  45 28800 Spieler Fr. /Jahr 1296000
Einkünfte Restaurant Pers  SFr.  20.00 576000
Ertrag aus Shop? 50000
Einkünfte / Jahr Fr. 1'922'000
Aufwand:
Baukosten geschätzt inkls Gebäude . Fr 12000000
Durchschn Zins %Jahr 5 600000
Amort auf 40 Jahre 12 Mio / 40 J 300000
Geräte und Maschinen 200000
Zins 5 % 10000
Amort auf 8 Jahre 8 J 25000
PachtzinseCA 400000 m" Fr 0.25 100000
Personal 12 Mitarb Durchsch Lohn Kosten / Jahr 120000
12 120000 1440000
Aufwand Rest. Ohne Pers 40 % v. Umsatz 230400
Haftpflicht Feuer Elementar Vers  20000
Energie Strom Wasser Oel Abwasser Ca 50000
Aufwand Total/Jahr 2775400
Jahresgewinn / Verlust  -853'400